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Wie gelingt ein Leben ohne Angst ums Herz?

Was macht ein Start ins Leben mit schwerem Herzfehler langfristig mit der Seele eines Menschen? Hören Sie mehr im Gespräch mit Dr. Eva Sperber.

Porträt von Dr. Eva Sperber
Andreas Malkmus

Stellen Sie sich vor, Ihr Leben beginnt mit einem Todesurteil, weil ihr Herz schwer geschädigt ist. Es folgen Operationen, Ängste und immer wieder unerwartete Zwischenfälle. Für viele Menschen mit einem angeborenem Herzfehler ist das bittere Realität. Wie schafft man es, sich später nicht über den 'Fehler' zu definieren, sondern daraus vielleicht sogar eine Stärke zu entwickeln? Das erzählt in dieser Folge Dr. Eva Sperber. Sie war ein "Blue Baby" mit schwerem Herzfehler und ist heute Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Buchautorin.

Was ist ein Blue Baby?

Diese Babys haben einen sogenannten zyanotischen Herzfehler, der mit einer kritischen Sauerstoffunterversorgung verbunden ist. Verschiedene Defekte am Herzen können dazu führen, dass sauerstoffarmes Blut die Lunge umgeht und wieder direkt in den Körperkreislauf fließt. Ohne Sauerstoffbeladung sieht Blut nicht frisch rot, sondern eher bläulich-rot aus. Haut und Schleimhäute lassen diese Situation bläulich durchschimmern (=Zyanose). Auch die Lippen und Fingernägel können eine Zyanose anzeigen.

Eine Form eines zyanotischen Herzfehlers ist die Fallot-Tetralogie, bei der kombiniert Fehlbildungen des Herzens und der herznahen Gefäße vorliegen, die zu einer mehr oder minder stark reduzierten Sauerstoffversorgung führen. Diese Fehlbildung macht in Deutschland etwa 2,5 Prozent aller angeborenen Herzfehler aus. 

Die Fallot-Tetralogie ist - unterschiedlich variierend - durch folgende vier Defekte gekennzeichnet: 

  1. einen Defekt der Herztrennwand (Kammerscheidewand), medizinisch Septumdefekt,
  2. eine sogenannte überreitende Aorta (aufgrund des Septumdefekts), die dadurch auch sauerstoffarmes Blut aus der rechten Herzkammer aufnimmt und in den Körperkreislauf leitet,
  3. eine Behinderung des Blutstroms aus der rechten Herzkammer heraus, medizinisch Pulmonalstenose, durch eine Verdickung der Muskeln unmittelbar unterhalb der Pulmonalklappe und
  4. eine Zunahme der Muskelmasse der rechten Herzkammer (Hypertrophie).

Die chirurgische Korrektur der Defekte erfolgt in der Regel bereits im ersten Lebensjahr.

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Redaktion

Ruth Ney
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