Mehr als eine halbe Million Krankenhausaufnahmen innerhalb eines Jahres und fast 30.000 Todesfälle: Herzrhythmusstörungen gehören in Deutschland zu den Herzerkrankungen mit besonders hoher Krankheitslast. Am häufigsten ist Vorhofflimmern. Mehr als 1,6 Millionen Menschen leben hierzulande damit. Die Auswertungen zu Vorhofflimmern stehen daher im Mittelpunkt dieses Podcasts – auch weil diese Erkrankung eng mit dem Risiko für Schlaganfälle und dem Entstehen einer Herzschwäche verknüpft ist.
Der neue Deutsche Herzbericht – Update 2026 zeigt, wie sich die Versorgung unter anderem in diesem wichtigen Bereich entwickelt hat und liefert Zahlen zu Katheterablationen, Operationen und Herzschrittmachern, sowie zu typischen Begleiterkrankungen, Auch die Versorgung der wachsenden Gruppe von Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler steht im Fokus. Gerade sie bekommen langfristig häufig Probleme mit dem Herzrhythmus. Ebenso spielen die Nachsorge von Vorhofflimmern und Rehamöglichkeiten eine wichtige Rolle – eingeordnet von führenden Herzspezialisten.
Der Deutsche Herzbericht ist in seiner Art in Europa einzigartig. Denn er fasst alljährlich die wichtigsten Zahlen und Entwicklungen in der Herzmedizin zusammen und zeigt, wie sich die Versorgung verändert. Die Herzstiftung gibt ihn jedes Jahr gemeinsam mit den großen Fachgesellschaften der Herzmedizin heraus – inzwischen bereits zum 37. Mal.
Gesprächspartner sind in dieser Podcastfolge der Frankfurter Kardiologe und Vorstandsvorsitzende der Deutschen Herzstiftung Prof. Thomas Voigtländer, der Hamburger Kardiologe und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) Prof. Stefan Blankenberg sowie der Jenaer Herzchirurg und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) Prof. Thorsten Doenst. Außerdem äußern sich der Kieler Kinderkardiologe Prof. Anselm Uebing, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und Angeborene Herzfehler (DGPK), und der Reha-Experte Dr. Eike Langheim, Präsident der deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen (DGPR).
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Ruth Ney ist Apothekerin und Medizinjournalistin bei der Herzstiftung. Sie koordiniert unter anderem die Podcast-Gespräche "imPULS".
Herzbericht-Daten: 6 interessante Fakten
Der Deutsche Herzbericht ist die umfangreichste Leistungserhebung der kardiologischen, kinderkardiologischen und herzchirurgischen Versorgung in Deutschland und zeigt, wie sich Morbidität und Mortalität sowie die verschiedenen Therapieoptionen bei Herzerkrankungen entwickeln. Hier einige Entwicklungen, die (für das Jahr 2024) besonders hervorstechen:
- Aus der Altersgruppe der über 65-Jährigen kommt der größte Teil der Herzpatienten in Deutschland. Diese Altersgruppe ist seit dem Jahr 2012 um 2,3 Millionen Menschen angewachsen.
- Alle Herzkrankheiten machten 9,3 % aller in Deutschland im Rahmen der Krankenhausdiagnostik erfassten 17.940.979 vollstationären Krankenhausaufnahmen aus. Von den ausgewählten Diagnosen entfielen 57,8 % auf Männer und 42,2 % auf Frauen.
- In der Gesamtheit waren kardiovaskuläre Erkrankungen für 28,3 % aller Todesfälle in Deutschland ursächlich.
- Die Koronare Herzkrankheit (KHK) (inkl.akuter Herzinfarkt) ist in Deutschland die häufigste Einzeldiagnose bei Krankenhausaufenthalten.
- Herzrhythmusstörungen führten zu 509.490 vollstationären Krankenhausaufnahmen (2023: 493.636) und 29.759 Sterbefällen (2023: 30.128) - eine deutliche Zunahme zum Vorjahr ist erkennbar.
- Die vollstationäre Hospitalisationsrate (altersstandardisiert) ist bei den für den Herzbericht ausgewählten Herzkrankheiten im Vergleich zu 2019 in Summe um 9,6 % gesunken: bei der KHK besonders stark (minus 19 %), bei Herzrhythmusstörungen hingegen nur geringfügig (minus 0,7 %), und bei den Herzklappenkrankheiten ist sie sogar gestiegen (plus 3,6 %).